Umstände
Von Ruhe ernähren sich Gedanken.
Sie beginnen zu schweifen,
bleiben nicht hier, sie ranken,
breiten sich aus. Schau, wie sie reifen.
Ohne Ziel taumeln sie durch die Weiten,
entfernen sich, nähern sich wieder,
tippen dieses und jenes an, lassen sich nicht leiten,
verharren auch mal, lassen sich nieder.
Ja, nur zu gerne will ich ihnen folgen,
wenn nur die Umstände nicht wären.
Sie ziehen vorüber in die Ferne.
Doch einer nimmt Gestalt an, wird konkret.
Kein neuer Gedanke. Ich erinnere mich gerne.
Ein guter Bekannter, der mich versteht.
War unwichtig geworden, Erinnerung verflogen.
Schlummerte tief drinnen, Rückkehr verwehrt,
wenig beachtet, zur Seite geschoben,
lange verschmäht, doch nun zurückgekehrt.
Ja, nur zu gerne will ich ihm folgen,
wenn nur die Umstände nicht wären.
Er macht sich bemerkbar, will Beachtung fühlen,
sucht einen Weg von tief drinnen.
Beginnt in Seele, im Herzen zu wühlen,
will dem Dunklen des Inneren entrinnen.
Belebt das Bewusstsein, so entsteht ein Begehren.
Dem Wunsche folgt der Wille, der Vorsatz ist nahe.
Wie könnte ich mich dem Gedanken verwehren?
Der letzte Schritt zum Handeln, beinahe!
Ja, nur zu gerne will ich dem folgen,
wenn nur die Umstände nicht wären.
Januar 2025